Fersensporn und Plantarfasziitis: Worauf Sie bei Schuhen bei Fersenschmerzen achten können
Schmerzen unter der Ferse können jeden Schritt unangenehm machen – besonders morgens nach dem Aufstehen oder nach einer längeren Ruhepause. Häufig werden dabei die Begriffe Fersensporn und Plantarfasziitis verwendet, obwohl sie nicht dasselbe bedeuten.
Für die Schuhwahl ist vor allem wichtig, unnötigen Druck und harte Belastung zu vermeiden und auf einen Schuh zu achten, der bequem sitzt, den Tritt angenehm abfedert und genügend Raum für eine eventuell benötigte persönliche Einlage bietet.
Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Orientierung bei der Schuhwahl. Er stellt keine Diagnose, gibt keine medizinische Behandlungsempfehlung und ersetzt keine ärztliche, orthopädische oder physiotherapeutische Beratung.
Dämpfung statt harter Auftritt
Eine angenehm dämpfende Sohle oder ein weiches Fußbett kann den Auftritt komfortabler machen. Entscheidend ist immer das persönliche Empfinden beim Gehen.
Ferse sicher führen
Der Schuh sollte Halt geben, ohne die Ferse unangenehm einzuengen oder zu reiben. Ein weicher, aber stabiler Rückfußbereich kann im Alltag angenehm sein.
Platz für eigene Einlagen
Wer individuell angepasste Einlagen trägt, sollte auf ein herausnehmbares Fußbett und genügend Innenraum achten.
Fersensporn und Plantarfasziitis sind nicht dasselbe
Ein Fersensporn ist ein knöcherner Anwuchs am Fersenbein. Er kann vorhanden sein, ohne überhaupt Schmerzen zu verursachen. Deshalb ist ein auf dem Röntgenbild sichtbarer Fersensporn nicht automatisch die Ursache für Fersenschmerzen.
Häufiger steht bei Schmerzen unter der Ferse die Plantarfaszie im Mittelpunkt. Diese kräftige Sehnenplatte verläuft an der Fußsohle vom Fersenbein in Richtung Zehen und hilft dabei, das Fußgewölbe beim Gehen zu stabilisieren.
Wird dieser Bereich über längere Zeit stark belastet, kann es zu schmerzhaften Veränderungen und Reizungen am Ansatz der Plantarfaszie kommen. Derartige Beschwerden werden als Plantarfasziitis bezeichnet.
Warum die ersten Schritte morgens oft besonders unangenehm sind
Typisch für eine Plantarfasziitis können Schmerzen beim ersten Auftreten nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen sein. Nach einigen Schritten werden die Beschwerden bei manchen Menschen zunächst etwas geringer und nehmen nach längerer Belastung wieder zu.
Dieses Muster kann ein Hinweis sein, ist jedoch keine sichere Diagnose. Fersenschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb sollte nicht allein anhand der Beschwerden entschieden werden, was dahintersteckt.
Welche Rolle können Schuhe bei Fersenschmerzen spielen?
Ein Schuh kann eine Plantarfasziitis oder einen Fersensporn nicht heilen. Trotzdem kann die Art des Schuhs einen Unterschied darin machen, wie sich Gehen und Stehen im Alltag anfühlen.
Sehr harte Sohlen, ein schlechter Sitz oder wenig Dämpfung können bei einem bereits empfindlichen Fuß unangenehm sein. Umgekehrt können bequem sitzende Schuhe mit einer angenehm dämpfenden Sohle den Auftritt komfortabler machen.
Welche Konstruktion im Einzelfall angenehm ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand einer Diagnose bestimmen. Fußform, Körpergewicht, Bewegungsablauf, eventuell vorhandene Fehlstellungen und persönliche Einlagen spielen ebenfalls eine Rolle.
1. Auf eine angenehme Dämpfung achten
Bei jedem Schritt trifft die Ferse auf den Boden. Eine Sohle, die sehr hart ist und kaum nachgibt, kann bei einem bereits schmerzempfindlichen Fersenbereich als unangenehm empfunden werden.
Eine weichere oder dämpfende Laufsohle kann den Auftritt angenehmer gestalten. Dabei sollte die Sohle jedoch nicht so weich oder instabil sein, dass der Fuß keinen sicheren Halt mehr hat.
2. Der Fersenbereich sollte Halt geben, aber nicht drücken
Neben der Sohle spielt auch der Sitz des Rückfußes eine Rolle. Rutscht die Ferse bei jedem Schritt stark im Schuh, kann zusätzliche Reibung entstehen. Sitzt der Schaft dagegen zu eng oder zu hart, kann er ebenfalls unangenehm werden.
Ein sinnvoller Kompromiss ist ein Schuh, der die Ferse ausreichend führt, gleichzeitig aber angenehm gepolstert ist und keine harten Kanten an empfindlichen Stellen aufweist.
3. Nicht automatisch die größte Schuhweite wählen
Fersenschmerzen bedeuten nicht automatisch, dass eine besonders große Schuhweite notwendig ist. Die Weite sollte weiterhin zur tatsächlichen Fußform passen.
Ein zu weiter Schuh kann dazu führen, dass der Fuß unnötig rutscht. Ein zu enger Schuh kann dagegen zusätzlichen Druck erzeugen. Entscheidend sind deshalb die richtige Länge, die passende Weite und ein sicherer Sitz.
Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Weiten finden Sie in unserem Ratgeber zu Schuhgrößen und Schuhweiten .
4. Herausnehmbares Fußbett kann bei eigenen Einlagen wichtig sein
Bei Fersenbeschwerden werden je nach Ursache manchmal individuelle orthopädische Einlagen oder andere Hilfsmittel eingesetzt. Ob dies sinnvoll ist und welche Ausführung passt, sollte fachlich abgeklärt werden.
Wer bereits eine persönliche Einlage besitzt, sollte bei der Schuhwahl darauf achten, dass das vorhandene Fußbett herausnehmbar ist.
Wichtig ist außerdem genügend Innenraum. Eine zusätzliche Einlage kann den Fuß im Schuh höher positionieren. Dadurch kann ein Schuh, der ohne Einlage bequem sitzt, anschließend am Spann oder an der Ferse zu eng werden.
Mit eigener Einlage anprobieren
Wenn Sie bereits eine angepasste Einlage tragen, probieren Sie den Schuh möglichst direkt mit dieser Einlage an. Nur so lässt sich beurteilen, ob Höhe, Fersenhalt und Innenraum weiterhin stimmen.
Originalfußbett herausnehmen
Persönliche Einlagen sollten in der Regel nicht einfach zusätzlich auf ein vorhandenes dickes Fußbett gelegt werden. Dadurch verändert sich der Platz im Schuh deutlich. Wie die Einlage verwendet werden soll, richtet sich nach der individuellen Versorgung.
5. Komplett flach ist nicht für jeden schmerzenden Fuß angenehm
Menschen mit Fersenschmerzen greifen manchmal bewusst zu sehr flachen Schuhen, weil diese zunächst unkompliziert erscheinen. Das muss jedoch nicht automatisch die angenehmste Lösung sein.
Bei Plantarfasziitis können ganz flache Schuhe und längeres Barfußgehen für manche Betroffene unangenehm sein. Welche Sohlenform oder Absatzhöhe individuell geeignet ist, lässt sich daraus jedoch nicht pauschal ableiten.
Deshalb sollte bei stärkeren Beschwerden nicht versucht werden, eine medizinische Versorgung allein über die Wahl einer bestimmten Absatzhöhe zu ersetzen.
6. Bequemer Einstieg und verstellbarer Verschluss
Fersenschmerzen können dazu führen, dass das Anziehen eines Schuhs bereits unangenehm ist. Ein Schuh, der weit geöffnet werden kann, erleichtert den Einstieg.
Klettverschlüsse haben zusätzlich den Vorteil, dass sich der Sitz individuell anpassen lässt. Der Schuh kann ausreichend Halt geben, ohne unnötig fest geschnürt werden zu müssen.
Welche Schuhe aus unserem Sortiment können interessant sein?
Die folgenden Modelle sind keine Therapieempfehlung gegen Fersensporn oder Plantarfasziitis. Sie besitzen jedoch Eigenschaften, die bei empfindlichen Füßen praktisch sein können: herausnehmbare Fußbetten, weiche Innenausstattung, verstellbare Verschlüsse oder ein gut gepolsterter Rückfußbereich.
Varomed Madrid – Weite H
Der Varomed Madrid ist ein Damenhalbschuh in Komfortweite H. Sein Innenbereich ist weich gepolstert, und die Einlegesohle lässt sich herausnehmen. Dadurch kann das Modell auch interessant sein, wenn bereits eine persönliche Einlage vorhanden ist.
Varomed Lausanne – Weite K
Der Varomed Lausanne bietet mehr Platz in Weite K, besitzt eine flexible Laufsohle und ein herausnehmbares Fußbett. Das Stretchmaterial im Vorfuß ist vor allem für zusätzliche empfindliche Bereiche interessant.
Varomed Oslo – Weite L
Beim Varomed Oslo verbindet sich die großzügige Weite L mit einem herausnehmbaren Weichschaumfußbett, weicher Polsterung und einem gut anpassbaren Klettverschluss. Das Modell kommt vor allem dann infrage, wenn zusätzlich viel Platz im Schuh benötigt wird.
Varomed Tromsö – Weite L
Der Varomed Tromsö besitzt eine stabile Hinterkappe, eine weiche Ultra-Care-Polsterung und eine herausnehmbare Einlegesohle. Auch hier gilt: Die Weite L ist nur dann sinnvoll, wenn der Fuß tatsächlich entsprechend viel Platz benötigt.
Warum ein „Fersensporn-Schuh“ nicht für jeden gleich aussehen kann
Es gibt nicht den einen Schuh, der bei allen Menschen mit Fersenschmerzen automatisch passt. Zwei Personen mit ähnlichen Beschwerden können sehr unterschiedliche Füße haben.
Die eine Person benötigt eine normale Komfortweite und besonders guten Fersenhalt, eine andere zusätzlich mehr Platz im Vorfuß oder für eine persönliche Einlage. Auch Schwellungen, Hallux valgus, Hammerzehen oder andere Veränderungen können die Schuhwahl beeinflussen.
Deshalb sollte die Auswahl immer vom tatsächlichen Fuß ausgehen – und nicht allein vom Begriff „Fersensporn“.
Wann Fersenschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten
Fersenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben. Eine Selbstdiagnose allein aufgrund der Schmerzstelle ist deshalb nicht zuverlässig.
Besonders bei starken, neu auftretenden oder länger anhaltenden Beschwerden, Taubheitsgefühl, deutlichen Schwellungen, Hautveränderungen, Verletzungen oder ungewöhnlich einseitigen Symptomen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Auch wenn bereits eine Diagnose gestellt wurde und die Beschwerden deutlich zunehmen, sollte die weitere Versorgung mit den behandelnden Fachpersonen abgestimmt werden.
Fazit: Bei Fersenschmerzen zählt die gesamte Passform
Bei empfindlichen Fersen lohnt es sich, nicht nur auf eine besonders weiche Einlegesohle zu achten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Dämpfung, sicherem Fersenhalt, passender Schuhweite, angenehmer Innenausstattung und genügend Platz für eine eventuell notwendige persönliche Einlage.
Ein Schuh kann medizinische Behandlung nicht ersetzen. Ein gut passender und angenehm gedämpfter Schuh kann aber dazu beitragen, dass Gehen und Stehen im Alltag komfortabler empfunden werden.
Häufige Fragen zu Fersensporn, Plantarfasziitis und Schuhen
Ist ein Fersensporn immer die Ursache für Fersenschmerzen?
Nein. Ein Fersensporn kann vorhanden sein, ohne Beschwerden zu verursachen. Schmerzen unter der Ferse stehen häufig im Zusammenhang mit Veränderungen oder einer Reizung der Plantarfaszie. Die genaue Ursache sollte medizinisch abgeklärt werden.
Welche Schuhe können bei empfindlicher Ferse angenehm sein?
Häufig werden bequem sitzende Schuhe mit angenehmer Dämpfung, sicherem Fersenhalt und ausreichend Platz als komfortabel empfunden. Welcher Schuh individuell passt, hängt jedoch von Fußform und Ursache der Beschwerden ab.
Sind eigene Einlagen bei Fersensporn sinnvoll?
Ob eine Einlage sinnvoll ist und wie sie aufgebaut sein sollte, gehört in fachkundige Hände. Wer bereits eine individuell angepasste Einlage verwendet, sollte auf Schuhe mit herausnehmbarem Fußbett und ausreichend Innenraum achten.
Sollte man bei Fersenschmerzen barfuß laufen?
Bei Plantarfasziitis kann längeres Barfußgehen für manche Betroffene unangenehm sein. Eine allgemeine Empfehlung lässt sich daraus jedoch nicht für jeden Fersenschmerz ableiten. Bei Beschwerden sollte die Ursache zunächst geklärt werden.
Weiterführende Informationen
Diese Bereiche helfen bei der weiteren Orientierung rund um Passform, Fußprobleme und geeignete Schuhmerkmale: